ba. Das österreichische Fachmessedoppel „Küchenwohntrends" und „Möbel Austria" im Messezentrum Salzburg erreichte mit der zweiten Auflage vom 6. bis zum 8. Mai einen Flächenzuwachs um 35 % auf 13 600 m2 sowie ein Aussteller- plus von 50 % auf 196 Aussteller und Marken (2013: 130 Aussteller/Marken). Die Fachbesucherzahl stieg bei der von zwei auf drei Tage verlängerten Messe deutlich um 42 % auf 4 348 an. Der Besuch verteilte sich nahezu gleichmäßig über alle Tage (1. Tag 1348, 2. Tag 1611, 3.Tag 1389). Erwartungsgemäß kam der Hauptanteil der Besucher aus Österreich (75,2 %), viele waren aber auch aus dem benachbarten Deutschland angereist (20,2 %), eine kleinere Gruppe auch aus Italien (2,4 %).

Erich Gafall, Manager des Möbel- und Holzbauclusters Oberösterreich (MHC), Linz, sowie Organisator der Messe "Möbel Austria", brachte bei der Pressekonferenz alles auf einen Punkt: Bei diesem Fachmessedoppel soll der Konkurrenzgedanke überwunden werden, ohne den Wettbewerb zu stören.

Das System "Tielsa"

Geschäftsführer Christian Hartmannsgruber von der Alno-Tochter Tielsa aus Pfullendorf, beantwortete locker die Frage, warum eigentlich eine innovative Firma wie die seine auf dieser Regionalmesseausstelle. Es ging darum, den Händlern das System "Tielsa" vorzustellen, das es ermöglicht, die wesentlichen Module – den Koch-, den Vorbereitungs- und den Spülenplatz – einzeln nach oben und unten zu verschieben. Dazu wurde auch eine Software entwickelt, die diese Module sowie Licht und Musik miteinander vernetzen, um das Leben in der Küche deutlich zu erleichtern.

Für die Präsentation habe sich die Messe geradezu perfekt angeboten, weil sie in diesem Jahr die Leitmesse für den österreichischen und süddeutschen Raum sei. Der Erfolg habe seinem Unternehmen recht gegeben. Man habe mit zehn Händlern abgeschlossen, die das System in den nächsten Wochen umsetzen werden.

Auf die Frage, ob es ausreichend Küchenbenützer gebe, die sich für letztlich diese Technik begeistern können, antwortete Hartmannsgruber: "Die Küche ist über einen Schalter am System auch fix steuerbar, die Tablet- oder Handysteuerung findet bei technikaffinen Menschen, die mehr wollen, die auch im Bereich Haustechnik unterwegs sind, ihre Abnehmer". Das Ganze solle nicht Zukunftsmusik, sondern Schritt 2 sein. Schließlich bemerkte man den Trend, dass die Familien von heute zusammen kochen wollen. Man habe es oft mit generationsübergreifenden Haushalten zu tun, wo auch die Schwiegermutter mithelfe und es sehr wohl eine Rolle spiele, dass das Arbeitsfeld perfekt eingestellt sei, um das Leben komfortabel und angenehm zu machen. Die Resonanz auf der Messe sei positiv, am Anfang aber etwas zurückhaltend gewesen.

Die Marke bzw. das Unternehmen Tielsa hat Alno Ende 2012 mit Sitz in Pfullendorf wiederbelebt, nachdem es zuvor sieben Jahre komplett vom Markt verschwunden war. Erstmals öffentlich präsentiert wurde die "Bewegte Küche" auf der "Living kitchen 2013" in Köln. Seit Juli 2013 ist das System auch auf 220 m2 im Alno-lnformationszentrum (AIZ) in Pfullendorf zu sehen. Tielsa mit Sitz in Bad Salzuflen galt in den 1970er- bis hinein in die 90er-Jahre als einer der größten deutschen Küchenhersteller.

In der Höhe flexibel

"Wir haben uns bemüht, unseren Stand der Marke entsprechend zu präsentieren", so Georg Rieger von der Geschäftsleitung der Dan-Küchen Möbelfabrik aus Linz. Vor allem gebe es sehr viele Neuheiten zu sehen, unter anderem zählen dazu neue Korpushöhen und höhenverstellbare Arbeitsplatten, wo beim abendlichen Besuch am Schluss noch ein Cocktail gereicht werden kann. Neue Fronten und vieles andere, wie beispielsweise Soundrückwände oder Getränkespender, verschiedene Rückwandgestaltungen aus Naturprodukten und auch Dekore sollten ebenfalls neue Kunden begeistern.

Rieger konnte bis zum dritten und letzten Tag der Ausstellung feststellen, dass bei den hochwertigen Küchenoberflächen der Trend zum Lack gehe. Schließlich werden der Großteil der Dan-Küchen in Lack verkauft, und zwar in hellen Farben. Dazu zählen weiß, magnolienfarbig, aber auch in den Braunton hineingehende Farben. Der Anteil liege bei über 60 %. Spezielle Marktforschungen gebe es· dabei nicht. Wichtig sei dem Unternehmen das Feedback der Kunden. Man arbeite aber auch mit den verschiedensten Institutionen zusammen, wie zum Beispiel mit dem Wiener Marktforschungsinstitut Kreutzer, Fischer & Partner. Letztlich sehe man auch an den Absatzzahlen, wo der Trend hingehe.

Kommentar zur Messe selbst: Sie habe sich sehr gut entwickelt. Grund dafür könne ein Paradigmenwechsel in Österreich beim Wohnkomfort sein. Es gab auf der Messe vor allem auch sehr viele Neukundenanfragen.

Vintage-Design für Armaturen und Spülen

Bei der Firma HKT aus Linz handelt es sich um ein Großhandelsunternehmen für Küchenzubehör wie Spülen, Armaturen und Dunstabzüge. Es vertritt bekannte Marken aus Deutschland, wie zum Beispiel Grohe als Armaturenproduzent, Schock als Hersteller von Granitspülen sowie Berbel als Dunstabzügelieferant. Messeneuheiten wurden in den Bereichen Dunstabzug/Muldenlüfter, Vintage-Design (Spülen, Armaturen, Dunstabzugshauben), modernes Sound- und Bildschirm-Modul kombiniert mit Glasrückwänden sowie Dunstabzugshaube und Küchenbeleuchtung in einem System präsentiert.

Die Begründung dafür, dass HKT jetzt zum zweiten Mal in Salzburg ausstellt, liege einfach darin, dass alle relevanten österreichischen Kunden auf die Firma zukommen können und sich auch die Möglichkeit biete, vor allem die Neuheiten zu zeigen. Man tätige hier keine direkten Abschlüsse. Der Slogan "Kunst der Küchentechnik", am Stand der Messe zu sehen, stellt den Versuch dar, die Produkte etwas anders zu präsentieren. Es gebe zum Beispiel die Möglichkeit, sein eigenes Motiv in die Nischenrückwand einzuprägen.

Feiner Wohnen

Grassmann aus Kirchberg a.d . Pielach zeigte sich im Rahmen der "Möbel Austria". Die Niederösterreicher produzieren primär Stühle, haben aber auch Vollholztische und Sitzbänke im neuen Programm. Die Stühle zeigen mit Schwalbenschwanzverbindungen gekonnte Tischlerqualität. Die Absicht dabei sei, auch bei modernen Möbeln die handwerkliche Tradition zu betonen. Auf die Frage, warum denn das Unternehmen nicht auf der Messe "Wiener Interieur" ausstelle, die schließlich maßgeblich für den Absatz höherwertigen Mobiliars sei, betonte Geschäftsführer Günter Grassmann, dass man ausschließlich Firmenkunden beliefere. Man wolle Tischler, Möbelstudios und den Handel als Ansprechpartner. Zur Qualität der Messe selbst: Hier habe man sicherlich einige gute Kontakte bekommen und es habe auch viele interessante Gespräche gegeben. Der Kunde habe hier die Möglichkeit, das Produkt beim Sitzen zu fühlen und auszuprobieren. Schließlich könne ein Stuhl zwar gut aussehen, aber man könne nicht immer gut darauf sitzen.

Der oberösterreichische Polstermöbelhersteller Sedda präsentierte u.a. das Modell "Lorenzo" mit integriertem Infrarot-Wärmesystem, das Boxspringprogramm "King" und verschiedene Modelle aus der "Trendsedda"-Designlinie (vgl. HZ Nr. 22 vom 29. Mai). Geschäftsführer Roland Ragailler blickt zufrieden auf die Messetage: "Die Resonanz des Handels und des Fachpublikums auf unsere Produkte war ausgezeichnet".

Die nächste Messe findet vom 11. bis 13 Mai 2017 statt.

Quelle: Holz Zentralblatt, Ausgabe 23, vom 05.06.2015

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